Auf Regen folgt Sonnenschein…

Die letzten zwei Tage hätten unterschiedlicher kaum sein können. Während sich der eine mit unangenehmen Regen auszeichnete, strahlte am anderen die Sonne.

Als ich aufgestanden war zum Kajak fahren, hatte es endlich aufgehört zu regnen. Früh ging es los, da ich um 9 Uhr am Milford Sound sein sollte und noch 30km vor mir hatte. Leider ging mein Plan nicht auf. Die Straße war gesperrt. Es hat über Nacht einen Steinrutsch gegeben und die Straße sollte erst um 9 Uhr wieder geöffnet werden. Ich hoffte, dass ich es trotzdem rechtzeitig schaffen würde. Zur Unterhaltung aller Wartenden sprang ein Kea fröhlich zwischen den Autos rum. Diese Spaßvögel sind sehr neugierig und knabbern alles an, was zwischen ihre Schnäbel bekommen, mit Vorliebe sämtliche Gummiteile von Autos. Dies führte zu witzigen Versuchen den Frechdachs vom jeweiligen Auto fern zuhalten, während eine Meute mit den Kameras immer hinterher rannte. Mich hat es auch erwischt, aber ich konnte ihn davon abhalten Schaden anzurichten.

Als die Straße geöffnet wurde, ging es dann in einer großen Kolonne durch eine herrliche Landschaft aus Bergen und Flüßen Richtung Milford Sound. Leider blieb mir keine Zeit Fotos zu machen und der Plan es auf dem Rückweg nachzuholen, scheiterte an tiefhängenden Wolken.

Als ich ankam, traf ich die Gruppe noch rechtzeitig am Ableger so das ich an dem Trip noch teilnehmen konnte. Mit dem Wassertaxi ging es zum Sterling Wasserfall, in dessen Nähe wir dann auf die Kanus umstiegen. Unser Guide meinte noch, was für ein schöner Tag zum Kajak fahren, wenn die Sonne scheinen würde, wäre es windig und somit schwieriger… Ich hätte lieber etwas mehr gesehen als nur tiefhängende Wolken. Und später setzte dann auch der Regen ein, was mir auf Grund der unangenehmen Kälte, die dadurch einsetzte, die Motivation nahm. Unterwegs sind wir noch mehreren Seehunden und einem Crested Penguin (Wer Happy Feet gesehen hat: Diese sehen aus, wie der Guru aus dem Animationsfilm) begegnet. Meine Highlights an diesem Tag. Anschließend ging es zurück nach Te Anau.
Von hieraus startete am nächsten Tag meine Wanderung über den Kepler Track. An diesem Tag meinte es das Wetter gut mit mir. Es schien die Sonne. Die erste Stunde lief sich sehr einfach. Unterwegs überholten mich ein paar Jogger, von denen ich dachte, sie laufen einen Rundkurs. Bis ich mit einem ins Gespräch kam und dieser mir erzählte, dass es in einer Woche einen Wettbewerb gibt, bei dem es darum geht, den gesamten Kepler Track (60km, 1000 Höhenmeter) in 5-6h zu laufen. Wie verrückt muss man sein :yahoo: Diese Frage trat immer wieder auf je weiter ich den Kepler Track ging. Denn als es erst ein Mal bergauf ging, hörte es gefühlt nie wieder auf. Wie in den Bergen die Straßen schlängelte sich der Track den stärker bemerkbar als ich dachte. Kondition gleich -100 :-( … Noch deprimierender wurde es als eine Joggerin höheren Alters mich überholte und mir fröhlich ein „Morning“ zu warf ohne auch nur eine Schweiperle auf der Stirn zu haben… Das konnte nicht war sein… Aber gut, der Weg ist das Ziel… Also drosselte ich mein Tempo und legte ab und an mal eine Pause ein. Als ich die Bushline erreichte wurde ich dann mit einem traumhaften Blick über See und Berge belohnt und die Anstrengung war fast vergessen! ;-) Als ich dann an der Hütte ankam, war ich auch gar nicht so unzufrieden. Denn die Strecke ist vom DoC für 4 1/2h geplant, für fitte Wanderer bei schönem Wetter in der Hälfte der Zeit. Ich war nach 2h 45m am Ziel. Ich würde sagen, Fitnesstest mit 4 bestanden. Kondition mehr als mangelhaft… ;-) :-) Die Wanderung hat sich mehr als gelohnt. Es ist landschaftlich wunderschön und die Bewegung hat wirklich gut getan! Und auf meinem Weg nach unten kamen mir einige Wanderer entgegen, denen so ging wie mir. ;-)

Bisher muss ich sagen, gefällt mir die Südinsel wirklich toll. Es gibt einige Orte an denen ich mir am liebsten ein Stück Land kaufen möchte und es nicht wieder verlassen mag. Ich kann alle Menschen verstehen die von der Südinsel schwärmen. Es gibt so viele Berge, die mit dem Schnee auf den Spitzen das ganze noch schöner machen. Dazu die vielen Seen, Flüsse und Bäche. Lässt man sich beim Fähren etwas Zeit entdeckt man überall viele kleine Strände, an denen es lohnt, anzuhalten und für eine kleine Weile inne zu halten….

4 Replies to “Auf Regen folgt Sonnenschein…”

  1. Sehr huebsch.

    Sag mal, bekommt man da eigentlich auch mit, was gerade in Australien so los ist? Ich meine Neuseeland ist ja nicht gerade weit entfernt. Wuerde mich mal interessieren.

    Gruss

  2. Äh, ich nicht so wirklich :unsure:, weil ich kaum Radio höre und kein Fernseh schau. Geht da gerade die Welt unter?

  3. Das mit dem Stück Land kaufen kann ich gut verstehen. Reservierst du mir auch eine Ecke? Muss ja nicht direkt nebendran sein. ;-)

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